Hands-on-Workshop „C#/.NET in Excel“

Unser Hands-on-Workshop „C# in Excel“ am 15. Mai 2014 war ein voller Erfolg. Deshalb bieten wir einen Zweittermin am 10. Juli 2014 an. Sieben Finanzexperten aus Deutschland und Österreich bekamen einen Einblick in die Möglichkeiten, die sich aus der Verbindung einer objektorientierten Hochsprache wie C# mit der Flexibilität von Microsoft Excel ergeben.

Selber Hand anlegen: Workshop "C# in Excel"

Der erste „Hands-On-Workshop“ mit dem Thema „C# in Excel“ der Microstep AG war ein voller Erfolg. Sieben Finanzexperten aus Deutschland und Österreich bekamen einen Einblick in die Möglichkeiten, die sich aus der Verbindung einer objektorientierten Hochsprache wie C# mit der Flexibilität von Microsoft Excel ergeben.

Die Tabellenkalkulation Microsoft Excel ist aus dem Büroalltag nicht wegzudenken. Sie dient als Datenvisualisierungs- und Sammelplattform (etwa in Verbindung mit Datenlieferanten wie Bloomberg), erlaubt umfangreiche Berechnungen und bietet den Anwendern generell ein hohes Maß an Flexibilität. Mit Hilfe von Visual Basic for Applications (VBA) lässt sie sich automatisieren und programmieren, was bei komplexeren Projekten aber schnell in die Sackgasse führen kann: Prozeduraler „Spaghetticode“ erzeugt Unübersichtlichkeit, Code-Teile können ohne umfangreiche Modifikationen oft nicht wieder-verwendet werden, und die integrierte Entwicklungsumgebung hat seit Jahren keine Weiterentwicklung mehr erfahren. Da wäre eine Einbindung einer modernen Hochsprache wie C# hilfreich, eine der Sprachen für das „.NET“-Framework von Microsoft.

Workshop-Teilnehmer bei der Arbeit (v.l.n.r.): Georg Kaaserer (Merck Finck & Co.), Peter Kornthaler, Harald Ganglmair (beide Bausparkasse Wüstenrot AG), Tobias Krämer (Microstep AG) und Georg Meßner (Bayerische Landesbank). Nicht im Bild: Thomas Fehnl ( LBBW), Ronald Schaufler, Philipp Schmutzhard (MMI Holding).

VBA hat ausgedient: Programmierung eines Swap-Pricers mit C#

Wie einfach dies zu bewerkstelligen ist, konnten im Rahmen des ersten „Hands-On-Workshop“ der Microstep AG sieben Teilnehmer aus der Finanzbranche erfahren. Die Aufgabe: Erstellung eines Instruments für die Bewertung eines „Swaps“, eines Finanzkontraktes, der fixe und flexible Zinszahlungsströme austauscht.

Nach Darstellung einiger theoretischer Grundlagen und einer kurzen Einführung in die Welt der objektorientierten Programmierung konnten die Teilnehmer - ganz wie es das Motto des Workshops versprach - Hand anlegen: Sie sollten einige wesentliche Teile des vorgefertigten Swap-Pricers mit C# selbst fertigstellen. Da Hilfe durch Microstep Mitarbeiter immer zur Seite stand, war es auch für in der Programmierung unerfahrene Kollegen möglich, sich an diese Aufgabe heranzuwagen.

In kurzen Abständen wurden die Programme kompiliert und getestet, um ihre Lauffähigkeit zu überprüfen und etwaige Fehler zu erkennen. Zufriedene Gesichter gab es, als der Swap-Pricer die erwarteten Ergebnisse lieferte. Brücke zwischen Excel und objektorientierten Hochsprachen: Excel-DNA Die Anbindung an Excel schließlich geschah mit Hilfe von "Excel-DNA", einer quelloffenen Software, die eine Schnittstelle zwischen .NET und Excel herstellt. Die damit erzeugten Lösungen dürfen nicht nur kommerziell eingesetzt, sondern auch weiterverkauft werden. Excel-DNA funktioniert zudem mit der kostenlosen Express-Version von Microsoft Visual Studio.

So konnten die Teilnehmer also in Excel Zinskurven modellieren und den in C# geschriebenen Swap-Pricer genauso wie eine Standard-Excel-Funktion aufrufen. Wenngleich sich die Komplexität der Aufgabe noch in Grenzen hielt, und sie sich auch mit Hilfe von VBA hätte lösen lassen, so zeigt die Kombination von C# und Excel-DNA doch einen eleganten und zukunftsträchtigen Weg auf. Das objektorientierte Programmierparadigma erlaubt eine maximale Wiederverwendbarkeit von Code, strukturiert Projekte so, dass sie verständlich bleiben, und erleichtert die Erstellung von hochkomplexen Anwendungen.

Die teilnehmenden Finanzprofis jedenfalls waren überwiegend beeindruckt, einige äußerten auch den Wunsch nach tiefergehenden Informationen. Das Ziel des Workshops war geglückt: Es ging nicht darum, in drei Stunden den finanztheoretischen Hintergrund von Swap-Geschäften umfassend zu erklären und eine C#-Ausbildung abzuschließen, sondern einen gangbaren Weg der Verbindung mit einer Hochsprache und Excel aufzuzeigen - und durch das "Hands-On" Lust auf mehr zu machen.

Georg Kaaserer

Der Autor, Georg Kaaserer, ist Finanzanalyst mit Schwerpunkt Fixed Income im Investment Center von Merck Finck & Co., Privatbankiers.