Komplexe Produkte: Variable Annuities

Variable Annuities sind Fonds-gebundene Lebens- bzw. Rentenversicherungsprodukte, die Versicherungsunternehmen hauptsächlich in den USA und Japan, aber auch in Deutschland anbieten. Aus der Sicht der Bewertung und des Hedgings stellen Variable Annuities eine besondere Herausforderung dar. Wir geben Ihnen einen kurzen Einblick in eines unserer laufenden Projekte.

Variable Annuities Hedging

Gute Renditechancen, oft für den Kunden entsprechend seiner Risikobereitschaft durch die Auswahl des Fonds flexibel wählbar, können verbunden werden mit der Sicherheit des eingezahlten Kapitals im Fall von ungünstigen Marktentwicklungen.

Wichtige Garantie-Typen sind:

GMAB (Guaranteed Minimum Accumulation Benefit): Für das Ende der Laufzeit wird mindestens dieser Betrag (üblicherweise der eingezahlte Betrag minus eines Abschlags) ausgezahlt.

GMDB (Guaranteed Minimum Death Benefit): Die Garantie im Todesfall.

GMWB (Guaranteed Minimum Withdrawal Guarantee): Eine Entnahme-Garantie (z.B. garantierte jährliche oder monatliche Entnahmen für einen bestimmten Zeitraum).

GMIB (Guaranteed Minimum Income Guarantee): Eine garantierte Mindestrente.

Hauptmärkte USA und Japan

VA-Produkte werden vor allem in den USA und in Japan verkauft, im ersten Halbjahr 2012  etwa allein in den USA im Umfang von 74 Mrd. USD. Der Anteil der EU am Gesamtmarkt ist kleiner als 10%. In Deutschland werden aufgrund aufsichtsrechtlicher und gesetzlicher Vorgaben VA-Produkte nicht direkt, sondern über die Luxemburger Töchter der Versicherungsunternehmen angeboten.

Variable Annuity Sales in den USA in Mio. $

Herausforderungen beim Hedging

Aus der Sicht der Bewertung und des Hedgings stellen Variable Annuities eine besondere Herausforderung dar:

Lange Laufzeiten von bis zu 100 Jahren sind ungewöhnlich. Die  Risiken der Garantien sind Policen-abhängig, ein Produkt kann aber hunderttausende von Einzelpolicen umfassen.

Neben den klassischen Sterblichkeits-Risiken gibt es Stornierungsrisiken. Die unterliegenden Fonds beinhalten oft Assets in unterschiedlichen Währungen und Assetklassen.

Wegen der Komplexität des Risikomanagements und den sich daraus ergebenden Eigenkapital-Anforderungen übergeben viele Erstversicherer das Risikomanagement und das Hedging Banken oder Rückversicherungen. Diese versuchen dann über Hedging-Strategien einen Teil des Risikos weiterzuverkaufen und nur einen möglichst geringen Anteil auf das eigene Buch zu nehmen.

Die Microstep AG unterstützt bei einem großen Kunden die Entwicklung von finanzmathematischen Software-Modulen für die Bewertung, das Hedging  und das Risikomanagement von VA-Produkten. Darüber hinaus implementiert der Microstep-Partner icubic AG dort ein Calypso-basiertes Front-Office System.

Dr. Werner Posch

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