Standardmethode „SA-CCR“ zur Berechnung von CVA

Das Basel Komitee hat im März 2014 die neue Standardmethode „SA-CCR“ zur Berechnung von CVA festgelegt. Wir haben verschiedene Möglichkeiten der Umsetzung von CVA Barwertkorrekturen genauer betrachtet. Eine fortgeschrittene Methode kann unter Umständen Bilanzgewinne heben, SA-CCR erfordert hingegen einen niedrigeren Implementierungsaufwand.

Die neue CVA Standard Methode im Vergleich

Am 31. März 2014 wurde vom Basel Komitee die neue Standardmethode SA–CCR (Standard Approach for Counterparty Credit Risk) zur Berechnung von Credit Valuation Adjustments festgelegt. Zum 01. Januar 2017 treten die Vorgaben in Kraft und lösen sowohl die Current Exposure Methode (CEM) als auch die bisherige Standardmethode ab.

Was bedeutet der neue SA-CCR?

Die neuen Vorgaben bedeuten viel Aufwand für alle, die einen der beiden bisherigen vereinfachten Ansätze (CEM oder die alte Standardmethode) verwenden. Bis 2017 ist dann der neue SA-CCR zu implementieren.

Für alle, die CVA mit einem internen Modell rechnen, ändert sich nichts durch den SA-CCR.

Wo findet SA-CCR seine Anwendung?

Zunächst gelten die Vorgaben aus Basel für die Eigenkapitalunterlegung von Kontrahentenrisiken. Der SA-CCR legt die vereinfachte Berechnungsmethodik für das Exposure at Default (EaD) fest, welches ein Inputparameter für die Formeln zur Eigenkapitalermittlung ist.

Aber auch für die Zwecke der IFRS Bilanzierung wird das EaD für CVA benötigt. Für die Fair Values sind sowohl das Risiko einer Bonitätsänderung des Kontrahenten (CVA) als auch das eigene Bonitätsänderungsrisiko (DVA) einzupreisen.

IFRS vs. Basel CVA

Obwohl es einige Unterschiede zwischen dem „best practice“ EaD der IFRS-Bilanzierung und den von Basel aufsichtsrechtlich vorgegebenen Methoden gibt, lohnt sich auch für die Zwecke der Bilanzierung ein Blick auf die vereinfachten Methoden aus Basel. Sowohl das CEM als auch der SA-CCR basieren auf vorgegebenen, pauschalen Tabellenwerten. Damit kann der Implementierungsaufwand auch für die IFRS-Bilanzierung beträchtlich reduziert werden. Andererseits liefert eine fortgeschrittene Methode unter Umständen einen deutlichen Bilanzgewinn gegenüber der CEM oder dem SA-CCR.

Vergleich: CEM – SA CCR - Fortgeschrittener Ansatz

Die drei Ansätze CEM, SA-CCR und ein fortgeschrittenes Modell sind in Abbildung 1 im Vergleich dargestellt. Dabei ist die Bilanzauswirkung einer Umstellung der derzeitigen vereinfachten CEM auf SA-CCR und einen fortgeschrittenen Ansatz illustriert. Berechnet wurde der Fair Value beispielhaft für diverse EUR Swaps, wobei nur CVA (keine DVA) Korrekturen berücksichtigt wurden. Dies ermöglicht einen deutlicheren Vergleich der Effekte der verschiedenen Methoden, als wenn CVA und DVA kombiniert wären.

Abbildung 1: Fair Value Änderung für Swaps (ohne DVA)

Falls Sie in die Thematik SA-CCR tiefer einsteigen wollen: Einen weiterführenden Artikel mit detaillierteren Informationen zum Thema finden Sie hier.

Dr. Jürgen Schulze

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